Claude Code im Arbeitsalltag
Claude Code für Einsteiger: Bausteine einfach erklärt
Claude Code ist Anthropics KI-Werkzeug für die Softwareentwicklung. Es kann auch bei Aufgaben mit Projektdateien helfen. Hier lernst du acht Bausteine mit einfachen Büro-Beispielen kennen, von CLAUDE.md und Skills bis MCP und Agent Teams. Der Kurztest hilft dir, deinen nächsten Schritt einzugrenzen.
Du willst nicht alles kennenlernen, sondern den passenden nächsten Schritt?
Dieser Kurztest: ohne Anmeldung. Deine Antworten werden nicht übertragen und nicht dauerhaft gespeichert.
Welche Bausteine brauchst du wirklich?
Wähle einen Baustein: Wann ist er sinnvoll, und wann noch nicht?Oberfläche · Zum Einstieg
Mit der Desktop-App anfangen
Hier gibst du Claude deine Aufgabe und wählst den Projektordner. Die Desktop-App ist ein gut zugänglicher Einstieg; Browser, Entwicklungsumgebung und Terminal sind weitere Zugänge.
Du möchtest Claude Code zum ersten Mal mit deinen Dateien ausprobieren.
Ein Terminal oder Mietserver ist für den ersten Versuch nicht erforderlich.
Öffne die Desktop-App, wähle einen Ordner mit Beispieldateien und gib Claude eine kleine, klar umrissene Aufgabe.
Ein Beispiel aus dem Büroalltag
Im Ordner liegen drei Musterangebote. Vergleiche ihre Gliederung und schlage eine gemeinsame Vorlage vor. Zeige mir zuerst deinen Vorschlag.
Einrichtung & wichtige Grenzen
- Beim ersten Start wählst du in der Desktop-App den Bereich Code. Die normalen Chats befinden sich im Bereich Chat.
- Für Büroaufgaben mit Dateien gibt es in derselben Desktop-App außerdem Cowork. Diese Übersicht behandelt bewusst Claude Code. Einrichtung und verfügbare Funktionen lassen sich nicht pauschal auf Cowork übertragen.
- Die Web-Umgebung arbeitet mit einem entfernten Projekt. Lokale Dateien und persönliche Einstellungen sind dort nicht automatisch vorhanden.
- Die Desktop-App unterstützt auch geplante Aufgaben. Zugänge unterscheiden sich bei Funktionen und Einrichtung.
Desktop-App → Code → Projektordner wählenCLAUDE.md · Zum Einstieg
Projektwissen einmal festhalten
Eine kurze Textdatei hält fest, was für dein Projekt dauerhaft wichtig ist. Claude lädt die passenden Anweisungen als Kontext. Du musst sie nicht jedes Mal neu eingeben.
Du erklärst wiederholt dieselben Angaben zu deinem Betrieb, deinen Vorlagen oder deiner Arbeitsweise.
Für eine einzelne Aufgabe genügt oft der aktuelle Auftrag. Lange Arbeitsabläufe passen eher in einen Skill.
Notiere fünf Dinge: Was ihr macht, für wen, in welchem Ton, wo die Vorlagen liegen und was vor einer Freigabe geprüft werden soll.
Ein Beispiel aus dem Büroalltag
Wir erstellen Wartungsangebote für kleine Betriebe. Schreibe per Sie. Preise sind netto. Vorlagen liegen im Ordner Vorlagen. Zeige den Entwurf zur Prüfung, bevor eine Datei versendet wird.
Einrichtung & wichtige Grenzen
- Die Datei enthält Anweisungen, keine garantierten Schutzregeln. Wichtige Ergebnisse und Freigaben müssen weiterhin geprüft werden.
- Halte die Datei kurz und konkret. Die Dokumentation empfiehlt weniger als 200 Zeilen pro CLAUDE.md.
- Projektregeln können in .claude/rules/ nach Themen aufgeteilt werden. Persönliche Regeln in ~/.claude/CLAUDE.md gelten projektübergreifend.
CLAUDE.md im ProjektordnerSkills · Zum Einstieg
Eine gute Anleitung wiederverwenden
Ein Skill bündelt eine wiederkehrende Arbeitsanleitung mit passenden Vorlagen oder Beispielen. Du rufst ihn auf; je nach Einstellung kann Claude ihn auch bei einer passenden Aufgabe verwenden.
Du kopierst dieselbe Prüfliste oder denselben Ablauf immer wieder in neue Gespräche.
Wenn die Aufgabe einmalig ist oder der Ablauf noch gar nicht feststeht, reicht zunächst ein Gespräch.
Nimm einen Ablauf, der bereits gut funktioniert, und halte seine Schritte, Eingaben und Prüfkriterien als ersten Skill fest.
Ein Beispiel aus dem Büroalltag
Angebot prüfen: Stimmen die Positionen mit der Anfrage überein? Sind Preise und Summen nachvollziehbar? Fehlen Termin oder Zahlungsziel? Gib eine Liste der offenen Punkte aus.
Einrichtung & wichtige Grenzen
- Die zentrale Datei heißt SKILL.md. Im selben Ordner können Beispiele, Vorlagen und Hilfsskripte liegen.
- Ein eigener Skill angebot-pruefen lässt sich beispielsweise mit /angebot-pruefen aufrufen. Ob Claude ihn selbst auswählen darf, ist einstellbar.
- Ältere Custom Commands funktionieren weiterhin. Skills erlauben zusätzlich unterstützende Dateien und feinere Steuerung.
.claude/skills/angebot-pruefen/SKILL.mdPlugins · Bei Bedarf
Passende Bausteine als Paket nutzen
Ein Plugin kann Skills, Subagents, Hooks und Verbindungen zu anderen Systemen bündeln. Es ist eine Möglichkeit, solche Bausteine gemeinsam zu installieren und weiterzugeben.
Ein vertrauenswürdiges Paket deckt deinen konkreten Bedarf ab, oder mehrere Projekte sollen dieselbe Ausstattung erhalten.
Wenn wenige eigene Skills ausreichen, brauchst du dafür nicht zusätzlich ein Plugin.
Prüfe am konkreten Paket: Was enthält es, wer pflegt es, welche Rechte braucht es und welche Einrichtung ist zusätzlich nötig?
Ein Beispiel aus dem Büroalltag
Du möchtest in mehreren Projekten dieselbe Angebotsprüfung verwenden. Ein eigenes Paket könnte den Prüf-Skill und die gemeinsame Vorlage enthalten.
Einrichtung & wichtige Grenzen
- Plugins sind keine Pflichtstufe nach Skills. Sie verpacken unter anderem die Bausteine, die du hier kennenlernst.
- Ein Plugin mit einer Verbindung zur Buchhaltung ersetzt nicht die Einrichtung des Kontos und der erforderlichen Berechtigungen.
- Plugin-Skills haben einen eigenen Namensraum, etwa /buero:angebot-pruefen. Das vermeidet gleichnamige Aufrufe.
Plugin-Verwaltung der Desktop-App oder /pluginMCP · Bei Bedarf
Daten aus anderen Programmen nutzen
MCP ist ein Standard, über den Claude Werkzeuge anderer Systeme verwenden kann. Was damit möglich ist, hängt von der Verbindung und den eingeräumten Rechten ab.
Du holst regelmäßig Daten per Hand aus einem Kalender, einer Datenbank oder einem anderen Programm.
Wenn alle benötigten Informationen bereits als Dateien im Projektordner liegen, genügt oft dieser Ordner.
Wähle genau eine Datenquelle. Prüfe, ob eine passende Verbindung vorhanden ist, und beginne möglichst mit lesendem Zugriff.
Ein Beispiel aus dem Büroalltag
Mit einer passenden Kalender-Verbindung: Fasse die Termine zum Projekt Hallenumbau aus dem vergangenen Monat zusammen. Ändere keine Termine.
Einrichtung & wichtige Grenzen
- MCP stellt Werkzeuge bereit; es verbindet nicht automatisch jedes beliebige Programm. Eine passende Anbindung muss existieren und eingerichtet sein.
- Lesen, Ändern und Senden sind unterschiedliche Rechte. Erteile nur den Zugriff, der für die Aufgabe gebraucht wird.
- Verbindungen können lokal oder über einen entfernten Dienst laufen. Prüfe beim Anbieter, welche Daten wohin übertragen werden.
Verbindungen in der Desktop-App; projektbezogene Konfiguration in .mcp.jsonHooks · Für größere Aufgaben
Eine Prüfung an ein Ereignis knüpfen
Ein Hook startet eine konfigurierte Aktion bei einem passenden Ereignis, etwa vor einem Werkzeugaufruf oder nach einer Dateiänderung. Die Auslösung hängt nicht davon ab, ob Claude daran denkt.
Eine klar prüfbare Regel an einem bestimmten Kontrollpunkt zuverlässig ausgeführt werden soll.
Für allgemeine Wünsche wie „schreibe verständlich“ ist eine Projektanweisung meist passender.
Formuliere die konkrete Prüfung: Was wird geprüft, wann muss sie laufen und was soll bei einem Fehler passieren? Lass sie mit erlaubten und verbotenen Fällen testen.
Ein Beispiel aus dem Büroalltag
Vor einem passenden Schreibzugriff prüft ein Hook den Zielpfad. Liegt er im geschützten Vertragsordner, kann er den Werkzeugaufruf ablehnen.
Einrichtung & wichtige Grenzen
- Nicht jeder Hook kann blockieren. Ein PreToolUse-Hook kann einen Aufruf verhindern; eine Prüfung nach der Änderung macht die Änderung nicht rückgängig.
- Die Wirkung hängt von Ereignis, erfassten Werkzeugen, Prüfcode und Fehlerbehandlung ab. Ein Hook allein ist kein vollständiger Schutz für einen Ordner.
- Es gibt Skript-, HTTP-, MCP-, Prompt- und Agent-Hooks. Modellgestützte Prüfungen verbrauchen Tokens und können sich irren.
Hook-Konfiguration in settings.jsonSubagents · Für größere Aufgaben
Eine abgegrenzte Aufgabe delegieren
Ein Subagent bearbeitet eine Teilaufgabe in einem eigenen Kontext. Er kann dafür ausgewählte Werkzeuge erhalten und gibt sein Ergebnis an die auftraggebende Sitzung zurück.
Eine umfangreiche Recherche oder Prüfung viele Zwischenschritte erzeugt, die du im Hauptgespräch nicht benötigst.
Wenn die Aufgabe kurz ist oder laufend Entscheidungen aus dem Hauptgespräch braucht, lohnt eine eigene Delegation oft nicht.
Grenze eine Teilaufgabe ein: welche Dateien, welche Frage, welche Rechte und welches Ergebnisformat? Beginne mit einer lesenden Prüfung.
Ein Beispiel aus dem Büroalltag
Prüfe die Musterangebote im Archiv auf fehlende Liefertermine. Ändere nichts. Liefere eine Tabelle mit Dateiname, Fundstelle und kurzer Begründung.
Einrichtung & wichtige Grenzen
- Ein eigener Kontext ist kein garantiert dauerhaftes Gedächtnis. Dauerhafte Erinnerung kann gesondert eingerichtet werden.
- Claude Code bringt unter anderem Explore und Plan mit. Eigene Helfer lassen sich mit Aufgabe und Werkzeugrechten definieren.
- Das Ergebnis eines Subagents muss ebenso geprüft werden wie andere KI-Ergebnisse. Delegation garantiert keine bessere Antwort.
.claude/agents/ für eigene SubagentsAgent Teams · Für größere Aufgaben
Mehrere Sitzungen koordinieren
Mehrere Claude-Code-Sitzungen arbeiten mit einer gemeinsamen Aufgabenliste und können einander Nachrichten senden. Eine leitende Sitzung koordiniert die Zusammenarbeit.
Mehrere ausreichend große Arbeitsstränge parallel laufen und die Beteiligten sich dabei abstimmen müssen.
Für die meisten ersten Aufgaben genügen eine Sitzung oder ein einzelner Subagent.
Prüfe zuerst, ob die Aufgabe wirklich ein Team braucht. Lege dann Zuständigkeiten und getrennte Schreibbereiche fest.
Ein Beispiel aus dem Büroalltag
Eine Gruppe prüft technische Anforderungen, eine zweite recherchiert Lieferoptionen. Beide stimmen offene Abhängigkeiten ab; die Leitung führt die Ergebnisse zusammen.
Einrichtung & wichtige Grenzen
- Agent Teams sind laut Dokumentation experimentell und standardmäßig ausgeschaltet.
- Mehrere Sitzungen verbrauchen zusätzliche Tokens und erzeugen Koordinationsaufwand. Parallelität ist nur bei passenden Aufgaben hilfreich.
- Die Teamfunktion trennt Dateien nicht automatisch. Gleichzeitige Änderungen brauchen klar getrennte Zuständigkeiten oder eine passende Arbeitsumgebung.
Experimentelle Einstellung CLAUDE_CODE_EXPERIMENTAL_AGENT_TEAMS